Drachenblut und Elfenbein, Lapislazuli und Walnussschalen. Wo kommt die Farbe her? Warum trägt Maria ein blaues Gewand? Mit welchen Farben haben Künstler wie Rembrandt gemalt? Über die Wirkung und Bedeutung von Farben in der Kunst.

Künstler haben sich mit den Wirkungen von Farben in vielen Jahrhunderten befasst. Dazu gehörte auch, Farben selbst herzustellen und sie in bestimmter Weise aufzutragen. Heute kommen die Farben aus der Tube oder dem Farbkasten, doch früher mussten die Farbstoffe mühsam gewonnen werden ­ aus Erden und Pflanzen oder mineralischen Substanzen, wie etwa Lapislazuli, die Grundsubstanz für Ultramarinblau. Der getrocknete Farbstoff des Tintenfischs (Sepia) wurde zum Zeichnen genutzt, verkohltes Elfenbein ergab ein wunderbares tiefes Schwarz, Drachenblut, das Harz einer Palme, einen dunkel- bis rubinroten Farbton. Manche Pigmente waren außerordentlich teuer, so konnten sie nur für ganz besonders bedeutungsvolle Anlässe verwendet werden. Der Pigmentwert bestimmte Bedeutung und Wirkung der Farbe. Dass Farbwirkungen auch bestimmte Empfindungen auslösen, machen sich viele aktuelle Künstler zu nutze. Und: Warum sehen wir überhaupt Farben? Wie funktioniert das Sehen von Farben? Das Farbspektrum zeigt sich im Regenbogen, denn das Licht wird in Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge gebrochen. Aber was wir genau sehen, bestimmt letztlich unser Gehirn. Mit einigen Versuchen wollen wir gemeinsam diesen Fragen nachgehen. 
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Prof. Dr. Constanze Kirchner
Lehrstuhl für Kunstpädagogik